in Köln (Pulheim)
Sybille Pattscheck ist Malerin, daran besteht kein Zweifel. Aber die Ergebnisse ihrer künstlerischen Arbeiten sind mehr als Gemälde oder Tafelbilder, es sind Bildobjekte, genauer plastische Farbkörper, die den Raum neu definieren und Farbe und Licht einfangen wie in einem Schmetterlingsköcher. Diese besondere Eigenschaft der gestalterischen Arbeiten entwickelt sich aus der Interaktion zwischen den Malmitteln, die die Künstlerin verwendet, und den Materialien, auf denen die Malerei stattfindet.
So malt sie nämlich mit der ungewöhnlichen Kombination von Wachs, Pigmenten und Glas, die sich, wenngleich dreidimensional, zu flachen Raumkörpern zusammenfügen. Dabei zeigt sich in dem Zusammenspiel dieser Stoffe, dass sie sich in ihrer Transparenz ähneln, auch wenn sie in ihrer Dichtigkeit und ihrer Festigkeit absolut unterschiedlich sind. Das weiche, anschmiegsame Wachs von milchig-trüber Transparenz, das flüchtige, staubige Pigment und das kristallklare, feste Glas werden von der Künstlerin zu plastischen Lichtkörpern verbunden, die – einmal beendet – zu Energiespeichern mutieren.
Der Versuch einer Beschreibung dieser Arbeiten mag beginnen mit der Betrachtung der angewandten Technik. Die Künstlerin baut aus Glas oder Acrylglas einen flachen, dreidimensionalen, kastenartigen Bildträger, von der Funktion her einem Keilrahmen verwandt, auf den sie Pigment in Wachs gelöst mit breitem Pinselstrich aufträgt. Sie verwendet also die älteste Maltechnik der Enkaustik, die schon in der Antike verwandt wurde und viel älter ist als die Ölmalerei. Erhalten geblieben sind die berühmten ägyptischen Mumienporträts, die noch heute eine einmalige Leuchtkraft und Frische zeigen. […]
Sybille Pattscheck verwendet solches modernes gebleichtes Wachs, in das sie das jeweilige Farbpigment einmischt. Sie streicht das heiße Wachs mit breiten Pinseln auf den Glasträger. Die Eigenschaft des Wachses, schnell zu erkalten, bedingt eine verbleibende Pin
1958
1980 – 1986
1986
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